Tötungsmaschine Mensch

Am 4. Reisetag sind wir nun im Nationalpark Ol Pefeta. Er ist insbesondere ein Schutzgebiet für Nashörner. In den letzten 50 Jahren hat sich deren Bestand in Kenia von 20.000 Exemplaren auf 500 verringert. Insbesondere in Asien werden Unsummen für die Nashorn – Hörner gezahlt, so dass fast der gesamte Bestand der Wilderrei zum Opfer fiel. Die mächtigen Tiere haben keine Chance gegen Giftpfeile und Gewehre. Erlegt wegen der angeblichen Wunderkraft ihrer Hörner, die aus keinem andere Stoff als unsere Fußnägel bestehen. Selbst in diesem Schutzgebiet kommt es immer wieder zu Tötungen, was eindrucksvoll auf dem Friedhof der Nashörner dokumentiert wird. 240 Ranger wachen Tag und Nacht  über die Tiere im Nationalpark.





Aufgrund der strengen Schutzes hat sich in den letzten zehn Jahren der Bestand dann wieder auf gut 1000 Exemplare erhöht. Das gilt nicht für eine spezielle Rasse, das Nördliche Breitmaulnashorn. Weil diese in der freien Wildbahn alle getötet waren, brachte man 2009 die letzten drei liebenden Exemplare aus Zoos in dieses Schutzgebiet, damit sie sich unter den natürlichen Lebensbedingungen vermehren mögen und die Art erhalten bleibt. Das gelang nicht, der Bulle starb 2018 - ohne Kinder. Wir besuchten die zwei betagten Damen, die letzten Überlebenden, in einem eigenen Gehege mit  24 Stunden täglich „Personenschutz“. Mit ihnen entnommenen Eizellen wird von internationaler Wissenschaft begleitet über Leihmutterschaften versucht, die Art zu erhalten, bislang ohne Erfolg.

Das Land ist sicher nicht reicher als Deutschland, schon beeindruckend wenn man sieht, wieviel hier in den Naturschutz investiert wird. Große Landstriche, die nicht besiedelt werden dürfen, Schutz von Tieren, die den Nomaden ihr Vieh rauben, welche Aufregung bei uns dagegen, wegen der paar Wölfe. Klar, das bedeutet in Kenia auch Einnahmen durch Tourismus, ist dennoch eine große Leistung. Übrigens schafft es dieses Land auch, sämtliche Plastiktüten zu verbieten, was die Landschaft erstaunlich sauber hält. 




Besonders gepflegt wird ein Spitzmaulnashorn, das mal nicht den Menschen zum Opfer fiel, sondern einem Konkurrenten. Durch die Verletzungen erblindet ist es ein Exemplar zum Anfassen beim Informationcenter. Mit dickem Fell, aber ganz weich hinter den Ohren. 








Kommentare